Ein kirchliches Kulturwandel begleiten

Treffung mit einer "Erprobungsräume" Team von der evangelische Kirche im Rheinland

DÉCOUVERTE

Luc-Olivier Bosset

9/29/20254 min read

Vom 26. bis 28. September 2025 besuchten Verantwortliche für innovative Projekte der evangelischen Kirche im Rheinland (https://erprobungsraeume.ekir.de/), begleitet von Miriam Hoffmann und Marcus Wetter, verschiedene lokale Kirchen in der Region von Paris, um bewährte Methoden auszutauschen und neue Initiativen zu entwickeln. Ich habe sie bei dieser Gelegenheit getroffen, um mit ihnen einige Überlegungen zum Thema "Begleitung eines Kulturwandels in der Kirche" zu teilen.

Einführung

Die Koordination „Bildung und Evangelisierung“ der evangelischen vereinigten Kirche in Frankreich hat die Aufgabe, die Erbauung zu fördern, damit das Evangelium besser bezeugt werden kann. Diese Weise, die Aufgabe der Koordination vorzustellen, ist das Ergebnis eines synodalen Prozesses von 2022 bis 2025.

Im Juli 2025, wurde Ich selbst als nationaler Sekretär für Evangelisierung berufen. Warum?

Das Ziel, das der Synode 2024 im Toulon mit der Entscheidung, eine wirklich missionarische Kirche zu werden, gesetzt hat, ist relevant und wird von allen geteilt. Aber auch ist es klar, dass wie sehr diese Entscheidung gleichzeitig auch Widerstände hervorrufen kann. Eine Entscheidung der Synode ist nichts wert, wenn sie nicht in den örtlichen Gemeinden aufgenommen und in konkrete Taten umgesetzt wird. Meine Aufgabe ist es also, jede örtliche Gemeinde bei einem Kulturwandel zu begleiten. Oder anders gesagt: Jede Pfarrei, jede kirchliche Region in ihrer Mission zu unterstützen.

Wie kann eine Gemeinde sich verändern?

Eine Gemeinde ist ein System, das aus vielen Teilen besteht, die miteinander interagieren. Angesichts der vielen Wechselwirkungen zwischen den Teilen ist es unmöglich vorherzusagen, wie eine Gemeinde auf eine bestimmte Strategie reagieren wird. Deshalb ist es wichtig, sich auf die Kultur und nicht auf die Organisation zu konzentrieren: Arbeit daran, die Einstellung und das tägliche Verhalten zu verändern.

Mit Kultur meine ich die Art und Weise, wie eine Gemeinde sich selbst in ihrem Kontext sieht, die Werte, die ihre Art zu handeln bestimmen, die Erwartungen, die die Gemeindemitglieder aneinander und an die Leiter haben, die stillschweigenden Regeln, die die Existenz der Gemeinde bestimmen, und die Art und Weise, wie sie die Schrift liest.

Es gibt einen Unterschied zwischen organisatorischen Veränderungen und kulturellen Veränderungen. Organisatorische Veränderungen zielen auf die Bedürfnisse der Gruppen und ihrer Mitglieder ab. Eine echte kulturelle Veränderung ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der die Aufmerksamkeit der Gruppe und ihrer Mitglieder nicht mehr auf sich selbst, sondern auf Gott gerichtet ist.

Diese Veränderung kann nicht durch neue Strukturen erreicht werden, sondern erfordert neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Eine missionarische Gemeinde ist nicht von neuen Techniken oder Programmen abhängig. Aber eine missionarische Kirche hängt davon ab, wie man eine Umgebung pflegt, in der Gott im Mittelpunkt des Gesprächs steht und Gott die Menschen zum Handeln anregt.

Kulturfokussierung ändert die Kultur nicht: Wenn man versucht, die Kultur zu verändern, wird man nicht unbedingt erfolgreich sein. Veränderung geschieht, wenn man die Gegenwart Gottes in seinem Alltag wahrnimmt, wenn man die Kirche in, mit und unter den Menschen sieht, in denen wir leben, und nicht in einem separaten Raum.

Veränderung braucht Zeit und geschieht in kleinen Schritten: kleine Siege sind besser als große Programme und globale Pläne. Ausrichtung ist nicht die Antwort: manche Strategien empfehlen, dass man versucht, alle Menschen auf eine gemeinsame Vision einzuschwören. Doch damit eine solche Vision entstehen kann, muss man in der Lage sein, einige Vorhersagen zu treffen. Bei einer nicht-kontinuierlichen Veränderung ist das unmöglich. Deshalb ist Ausrichtung nicht der Ausgangspunkt für Veränderung, sondern sie entsteht durch manche und verschiedene Versuch.

Der Wandel vollzieht sich nicht in einer geraden Linie. Er gleicht eher dem Weg eines Segelschiffs, das sich auf den Weg zu seinem Ziel macht, wobei das Schiff sich anpassen muss, um die wechselnden Winde zu nutzen, die es vorwärts treiben.

Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen einem missionarischen Leader und dem Steuermann eines Segelschiffs: Der Missionar kennt sein Ziel nicht genau. Bei einem Wandel, der nicht in geraden Linien verläuft, weiß der missionarische Leader nicht sofort, wo das Ziel liegt, auf das er zusteuern soll. Das Ziel ist nicht einmal dort, wo er es anvisiert. Das Ziel ist in Bewegung.

Das bedeutet, dass Energie dafür aufgewendet wird, neue Fähigkeiten zu erlernen, anstatt vorwärtszustreben. Bei diesem Lernen passieren viele Fehler, weil die Ergebnisse der Experimente nicht dorthin führen, wo man hinwill. Die Ergebnisse sind anders als erwartet. Daher müsst man viele Experimente wiederholen, um diejenigen zu finden, die passen.

Kein Businessplan, sondern Kultivierung der Vorstellungskraft

Dieser Kulturwandel geschieht nicht durch einen Businessplan. Er geschieht, wenn die Energie darauf verwendet wird, die Vorstellungskraft der Gemeindemitglieder zu kultivieren.

Während die Menschen angesichts eines schnellen und kontinuierlichen Wandels das Bedürfnis haben, zur Normalität zurückzukehren, bedeutet die Kultivierung der Vorstellungskraft, ihnen zu helfen, mit der Spannung und Angst zu leben, den Glauben inmitten der Spannungen zu praktizieren : regelmäßige Gebetszeiten ; praktizieren von Gastfreundschaft ; Vertiefung des Verständnisses der Schrift (zum Beispiel : Meditation über Lukas 10, 1-12); Ermöglichung des Wandels durch Akzeptanz des Übergangs (Hören auf die Emotionen der Gemeindemitglieder); Bildung von Koalitionen von Menschen, die an einem Projekt interessiert sind (nicht von institutionalisierten Gruppen, sondern von Koalitionen); Missionarisches Leadership (Leitung, die sich von Management unterscheidet) besteht darin, eine Umgebung zu kultivieren, die Innovation und die missionarische Vorstellungskraft, die in der Kirchengemeinde vorhanden ist, freisetzt. Der Leader ist derjenige, der eine Umgebung schafft und pflegt, die es der Gemeinde ermöglicht, missionarisch zu werden.

Gedanken inspiriert von :

Alan Roxburgh, Fred Romanuk, The Missional Leader: Equipping Your Church to Reach a Changing World, Minneapolis, Fortress Press, 20202 (2006).

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